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Kindergarten: Der erste Schritt ins eigene Leben

Oktober 27th, 2009 · No Comments

Die Kinder strapazieren die Eltern in den ersten drei Jahren ihres Lebens doch eigentlich am meisten. Tag und Nacht ist man für sie da, versorgt sie, trocknet die Tränen, freut sich über viele Fortschritte. Das erste Lächeln, die ersten Worte, die Zähnchen, die ersten Steh- und Gehversuche: Lange, bevor der eigentliche Lernprozess im Leben beginnt, entdecken die Eltern nahezu jeden Tag etwas Neues an ihren Kindern. Hilflose, unschuldige Wesen nehmen die Mütter aus dem Krankenhaus mit nach Hause, und damit beginnt ein Kreislauf, der erst endet, wenn das Leben der Eltern zu Ende geht.

Dabei ist aber der erste, manchmal schmerzliche Schritt der Abnabelung schon im frühesten Kindesalter angesagt. Nicht selten weint eine Mutter, die ihren Sonnenschein das erste Mal an der Kindergarten Türe abgibt. Sie blickt auf die Uhr und kann es kaum erwarten, bis die Kinder lärmend ihre Gruppen verlassen um wieder nach Hause zu kommen. Die erste Trennung, der erste Schritt in das eigene Leben ist somit gemacht.

Es wäre egoistisch, dem Kind den Kindergarten vorzuenthalten, weil man sich nicht trennen möchte. Was gleichaltrige Kinder dem eigenen Kind geben, kann man zu Hause niemals erreichen, auch dann nicht, wenn es sich nicht um ein Einzelkind handelt. Das Lernen und Spielen in der Gruppe ist die erste und wichtigste Vorbereitung für das Leben in der Schule und später in Ausbildung und Beruf.

Das Leben in der Gesellschaft kann nicht erlernt werden, wenn die Kinder vor allem und jedem abgeschottet im trauten Heim an Mamas Schürzenzipfel die Kindheit verbringen. Väter haben es meistens nicht so schwer, weil sie ja durch ihre Arbeit nicht so sehr an das Kind gebunden sind und nicht 24/7 für das Kleine da sind.

Auch, wenn bei Mutter und Kind die Tränen fließen und der erste Tag im Kindergarten alles andere als selbstverständlich, leicht und locker von Statten geht: Es ist ein wichtiger Etappensieg im Kampf eines ganzen Lebens.